Warum die Säule schneller ist als Ihr Auto

„300 kW“ steht auf der Säule, das Auto lädt mit 74. Kein Defekt, sondern der Normalfall. Die übertragene Leistung ist immer das Minimum aus dem, was die Säule kann, was das Fahrzeug annimmt und was die Umstände zulassen.

Der Ladestand

Das ist der größte Hebel. Fast alle Fahrzeuge laden zwischen etwa 10 und 60 Prozent am schnellsten und drosseln danach spürbar. Bei 80 Prozent liegt die Leistung oft nur noch bei einem Drittel des Höchstwerts, die letzten 20 Prozent dauern länger als die ersten 60.

Auf der Langstrecke ist deshalb zweimal kurz laden schneller als einmal lang.

Die Temperatur

Eine kalte Batterie nimmt wenig Leistung auf. Im Winter kann derselbe Ladestopp doppelt so lange dauern wie im Sommer. Wer den Ladestopp im Navigationssystem des Fahrzeugs setzt, löst meist eine Vorkonditionierung aus – die Batterie wird auf dem Weg dorthin temperiert. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen das eingebaute Navi dem Handy überlegen ist.

Der geteilte Ladepunkt

Zwei Ladepunkte an einer Säule teilen sich häufig die Anschlussleistung. Wer allein lädt, bekommt alles; kommt ein zweites Fahrzeug, halbiert sie sich unter Umständen. In Parkhäusern und an Firmenstandorten kommt Lastmanagement hinzu, das die Leistung über viele Punkte verteilt.

Der Netzanschluss

Was am Standort aus dem Netz zur Verfügung steht, ist die harte Obergrenze für alles Weitere. Es ist auch der häufigste Grund, warum ein Ladepark nicht dort entsteht, wo er gebraucht würde: Ein neuer Anschluss dauert regelmäßig länger als der Bau der Säulen.

Was in unseren Listen steht

Wir geben die im Register gemeldete Anschlussleistung der Ladeeinrichtung an sowie die Leistung je Ladepunkt, wo sie gemeldet ist. Das ist die technische Auslegung – nicht das, was Ihr Fahrzeug an einem kalten Januarmorgen bei 70 Prozent Ladestand tatsächlich zieht.