Bezahlen an der Ladesäule: Karte, App oder spontan

Das Bezahlen ist der Teil des öffentlichen Ladens, der am meisten Nerven kostet. Technisch ist es einfach; unübersichtlich wird es durch die Zahl der Anbieter. Im Ladesäulenregister sind rund 11.800 verschiedene Betreiber eingetragen.

Ladekarte oder App eines Anbieters

Der Regelfall. Sie schließen einen Vertrag mit einem Anbieter und laden damit auch in fremden Netzen – über Roaming-Abkommen. Der Anbieter muss nicht der Betreiber der Säule sein.

Die RFID-Karte hat gegenüber der App einen unterschätzten Vorteil: Sie funktioniert ohne Mobilfunkempfang. In Tiefgaragen ist das regelmäßig der Unterschied zwischen Laden und Nicht-Laden.

Ad-hoc: spontan, ohne Vertrag

Die Ladesäulenverordnung verpflichtet Betreiber, an öffentlich zugänglichen Ladepunkten punktuelles Laden ohne Vertrag zu ermöglichen – über ein Kartenlesegerät oder ein Webverfahren mit QR-Code.

Das ist die Rückfallebene, die immer funktionieren muss. Günstig ist sie fast nie: Ad-hoc-Tarife liegen regelmäßig deutlich über Vertragspreisen. Als Notlösung auf einer fremden Strecke ist sie viel wert, als Dauerlösung teuer.

Plug & Charge

Fahrzeug und Ladepunkt erkennen einander kryptografisch, der Ladevorgang startet beim Einstecken, die Abrechnung läuft über den hinterlegten Vertrag. Am bequemsten – vorausgesetzt, Auto, Säule und Anbieter unterstützen es. Im Register taucht das Verfahren zunehmend auf, selbstverständlich ist es noch nicht.

Was die Rechnung ausmacht

Der Preis je Kilowattstunde ist nur ein Teil. Hinzu kommen können eine monatliche Grundgebühr, eine Startgebühr je Ladevorgang und eine Blockiergebühr, wenn das Auto nach dem Laden stehen bleibt. Eine Startgebühr macht kurze Ladungen unverhältnismäßig teuer; eine Grundgebühr rechnet sich erst ab einer bestimmten Menge.

Preise stehen nicht im Ladesäulenregister und deshalb auch nicht auf diesen Seiten. Verbindlich ist immer der Aushang an der Säule.