AC oder DC – warum derselbe Strom unterschiedlich schnell lädt

Eine Batterie speichert Gleichstrom. Aus dem Netz kommt Wechselstrom. Irgendwo dazwischen muss also umgewandelt werden – und die Frage, wo, erklärt praktisch alle Unterschiede zwischen den beiden Ladearten.

AC: die Umwandlung passiert im Auto

Beim Wechselstromladen liefert die Säule nur Strom und etwas Kommunikation. Die eigentliche Arbeit macht das Ladegerät im Fahrzeug, der On-Board-Charger. Das begrenzt die Leistung: Verbreitet sind 11 Kilowatt, 22 Kilowatt sind die Ausnahme und kosten beim Autokauf meist Aufpreis.

Folge: An einer 22-Kilowatt-Säule lädt ein Fahrzeug mit 11-Kilowatt-Lader mit 11 Kilowatt. Die Säule kann nichts dafür.

DC: die Umwandlung passiert in der Säule

Beim Gleichstromladen steckt der Umrichter in der Ladesäule, der Strom fließt direkt in die Batterie. Damit fällt die Begrenzung durch das Fahrzeugladegerät weg – 50 bis über 400 Kilowatt werden möglich. Deshalb sind Schnellladesäulen so groß, so laut und so teuer.

Was das für die Praxis heißt

Gleichstrom ist schneller und fast immer teurer. Wechselstrom ist langsamer, günstiger und batterieschonender. Die vernünftige Aufteilung liegt auf der Hand: AC überall dort, wo das Auto ohnehin steht – zu Hause, am Arbeitsplatz, im Parkhaus. DC unterwegs, wenn Zeit knapp ist.

Das Ladesäulenregister unterscheidet die beiden Arten als Normalladeeinrichtung (bis 22 Kilowatt) und Schnellladeeinrichtung (darüber). In unseren Listen lässt sich danach filtern. Eine Kuriosität dieser Definition: Eine 43-Kilowatt-Wechselstromsäule gilt formal als Schnelllader, fühlt sich beim Laden aber nicht so an.