Langstrecke planen: weniger Ladestopps sind nicht das Ziel

Die verbreitete Vorstellung, man müsse möglichst selten laden, führt bei Elektroautos in die Irre. Wer die Ladekurve kennt, plant anders – und kommt früher an.

Der Bereich, in dem geladen wird

Fast alle Fahrzeuge laden zwischen etwa 10 und 60 Prozent am schnellsten. Wer bei 10 Prozent ankommt und bei 70 weiterfährt, nutzt genau diesen Bereich. Wer stattdessen bei 40 Prozent ankommt und auf 90 lädt, verbringt die doppelte Zeit für dieselbe Energiemenge.

Das ist kontraintuitiv, aber gut messbar: Zwei Stopps à zwanzig Minuten schlagen einen Stopp à fünfzig Minuten regelmäßig.

Vorkonditionierung nutzen

Eine kalte Batterie nimmt wenig Leistung auf. Wird der Ladestopp im Navigationssystem des Fahrzeugs gesetzt, temperiert das Auto die Batterie auf dem Weg dorthin vor. Im Winter halbiert das die Standzeit – und es ist der Grund, das eingebaute Navi ausnahmsweise dem Handy vorzuziehen.

Ladeparks statt Einzelsäulen

Für die Streckenplanung zählt weniger die Höchstleistung als die Zahl der Ladepunkte. An einem Standort mit acht Ladepunkten ist die Wahrscheinlichkeit gering, warten zu müssen; an einer einzelnen 300-Kilowatt-Säule kann ein einziges Fahrzeug den Zeitplan kippen.

In unseren Standortlisten steht die Zahl der Ladepunkte bei jedem Eintrag – und in den Ortsseiten lässt sich nach Schnellladen filtern.

Eine Rückfallebene einplanen

Ein Standort kann belegt, gestört oder gesperrt sein. Das Ladesäulenregister kennt keine Verfügbarkeit in Echtzeit, und keine Planung ist so gut, dass sie das ersetzt. Wer weiß, welcher Standort zehn Kilometer weiter liegt, fährt entspannter – dafür sind die Nachbarorte auf jeder Ortsseite verlinkt.