Wallbox zu Hause oder öffentlich laden?

Die Frage entscheidet mehr über die Alltagstauglichkeit eines Elektroautos als jede technische Angabe im Prospekt. Sie hat wenig mit dem Fahrzeug zu tun und viel mit dem Stellplatz.

Mit eigenem Stellplatz

Eine Wallbox mit 11 Kilowatt lädt eine übliche Batterie über Nacht voll. Das Auto steht ohnehin, der Strom kommt zum Haushaltstarif, und öffentliche Ladeinfrastruktur wird zur Reiseangelegenheit. Wer eine Photovoltaikanlage hat, verschiebt die Rechnung weiter zu seinen Gunsten.

Private Wallboxen tauchen im Ladesäulenregister übrigens nicht auf – es führt ausschließlich öffentlich zugängliche Ladepunkte.

Ohne eigenen Stellplatz

Dann kommt es auf die Umgebung an, und zwar auf die Normallader. Wer im Umkreis von wenigen hundert Metern eine Wechselstromsäule hat, an der das Auto über Nacht oder während der Arbeit stehen kann, lädt fast so bequem wie zu Hause – nur teurer.

Wer ausschließlich auf Schnellladen angewiesen ist, zahlt am meisten und schont die Batterie am wenigsten. Für diesen Fall lohnt der Blick auf den Versorgungsgrad des eigenen Orts, den wir auf jeder Ortsseite als Ladepunkte je 1.000 Einwohner ausweisen.

Der Arbeitsplatz als dritte Möglichkeit

Laden während der Arbeitszeit ist der unterschätzte Mittelweg: acht Stunden Standzeit, Wechselstrom genügt, und viele Arbeitgeber bieten es vergünstigt an. Für Pendler ersetzt es die eigene Wallbox weitgehend.