Es gibt keinen Ladepreis, so wie es einen Benzinpreis gibt. Es gibt Dutzende, und sie hängen davon ab, mit wessen Karte man an wessen Säule steht. Vier Bausteine machen die Rechnung aus.
1. Der Arbeitspreis
Der Preis je Kilowattstunde. Er unterscheidet sich fast immer zwischen Wechselstrom und Gleichstrom, oft erheblich. Das ist der Wert, den die meisten meinen, wenn sie nach dem Ladepreis fragen – und der allein wenig aussagt.
2. Die Grundgebühr
Monatlicher Festbetrag eines Ladetarifs. Ein Tarif mit Grundgebühr und niedrigem Arbeitspreis rechnet sich erst ab einer bestimmten Lademenge. Wer selten öffentlich lädt, fährt ohne Grundgebühr besser, auch bei höherem Arbeitspreis.
3. Die Startgebühr
Fester Betrag je Ladevorgang. Sie macht kurze Ladungen unverhältnismäßig teuer – bei zehn Kilowattstunden kann sie den effektiven Preis um die Hälfte anheben. Wer viele kurze Stopps macht, sollte gezielt auf sie achten.
4. Die Blockiergebühr
Fällt an, wenn das Fahrzeug nach dem Laden am Ladepunkt stehen bleibt, meist nach einer Karenzzeit. Kein Bußgeld, sondern Bestandteil des Tarifs. An Schnellladern greift sie früher.
Der teuerste Weg
Ad-hoc-Laden ohne Vertrag ist regelmäßig die teuerste Variante. Es muss nach der Ladesäulenverordnung überall möglich sein, und genau deshalb ist es der Preis, den niemand verhandelt hat. Als Rückfallebene unverzichtbar, als Gewohnheit teuer.
Warum hier keine Preise stehen
Das Ladesäulenregister erfasst keine. Betreiber ändern ihre Tarife unabhängig voneinander und ohne Vorlauf. Eine Preisangabe auf einer Verzeichnisseite wäre nach wenigen Wochen falsch – und eine falsche Zahl ist schlechter als keine. Verbindlich ist der Aushang an der Ladesäule.